Überflutete Forest Lake Acarlar

Auwald bezeichnet eine natürliche Vegetationsform entlang der Bäche und Flüsse. Auwälder sind azonale Waldgesellschaften, die von Überschwemmungen und hohen Grundwasserpegeln stark beeinflusst werden. Je nach Wasserregime, Bodenbeschaffenheit und Höhenlage lassen sich verschiedene Auwaldtypen unterscheiden. Die Pflanzen des Auwaldes können im Wurzelbereich besondere Anpassungen an den wechselnden Wasserstand zeigen.
Gleichzeitig ist dieser Ort aufgrund seiner Wasserpflanzen und Vogelarten unter Naturliebhabern sehr beliebt.
Stellen sie sich einen Wald vor, doch die Bäume stehen zu jeder Jahreszeit in Wasser. Auf den Ästen zwitschern die Vögel. Stellen sie sich einen See vor, aus dem große Bäume in die Höhe ragen. Zwischen den Bäumen schwimmen Enten umher.
Die Auwälder gleichen den Regenwäldern. Doch sind Auwälder nicht vom Regen oder der Feuchtigkeit abhängig, sondern vom Grundwasser. Mit dieser Eigenschaft gleichen sie viel mehr Mangroven-Wäldern. Dabei handelt es sich um ein Ökosystem tropischer Gezeitenwälder.
Auwälder sind sehr rare Ökosysteme. Auwälder in der Türkei sind Igneada in Kirklareli, Acarlar in Sakarya und in Sarikum bei Sinop vor. Im Kizilirmak Delta in Samsun sieht man immer noch Reste eines einstigen Auwaldes. Die Wahrung der verbliebenen Auwälder ist von großer Bedeutung.
Der Acarlar Auwald liegt innerhalb der Stadtgrenzen von Sakarya, und zwar rund sechs Kilometer westlich der Mündungsstelle des Sakarya Flusses ins Schwarze Meer. Der Acarlar Auwald mit einer 23 Quadratkilometer großen Fläche ist der größte Auwald der Türkei. Der Wasserstand des Auwaldes hängt von Niederschlägen und den Bedingungen der Jahreszeiten ab und pendelt zwischen 1 und 5 Metern hin und her. Das überschüssige Wasser des Auwaldes fließt über den Okcudere Bach in den Sakarya Fluss ab.
Der Acarlar Auwald ist hinsichtlich der Flora und Fauna sehr reich. Aufgrund der feuchten klimatischen Bedingungen gibt es hier eine sehr reiche Pflanzenvielfalt, sowohl unter der Erde als auch über der Erde. Neben den stämmigen Bäumen wachsen auf dem Wasser Wasserlilien, die sie nur im Acarlar Auwald sehen können in der Türkei.
Der Acarlar Auwald ist auch ein wichtiges Gebiet für Vögel. Dieser Auwald liegt auf einer der beiden Routen der Zugvögel in Anatolien. Über das ganze Jahr halten sich hier rund 200 Vogelarten auf und nisten auch hier. Vogelexperten zufolge finden hier auch einheimische Vögel die Möglichkeit zu brüten und sich zu ernähren. Der Auwald ist nicht nur die Heimat von verschiedenen Vogelarten, sondern auch von Hasen, Füchsen, Schakalen und Wildschweinen. Im See hingegen befinden sich Karpfen, Schlangenfische und Döbel.
Der Klimawandel, der Alptraum aller Menschen zurzeit sowie die globale Erwärmung bedrohen alle Wasserquellen und wasserreichen Gebiete der Türkei und somit auch den Acarlar Auwald. Hier sollte aber unbedingt erwähnt werden, dass die Bedrohung dieses Auwaldes viel vorher begonnen hat. Die Arbeiten in diesem Gebiet haben bereits vor zehn Jahren begonnen. Als erstes arbeitete die Türkische Anstalt für Umweltschutz und Anbau, kurz TÜRCEK einen Bericht über den Acarlar Auwald aus. Aufgrund dieses Berichtes wurde der Auwald im Jahre 1998 zum Naturschutzgebiet 1. Grades erklärt. Von 2004 bis 2007 wurden verschiedene Arbeiten durchgeführt, um die Umweltprobleme, die das Gebiet bedrohen, festzustellen und das Wissen der umliegenden Bevölkerung in diesem Thema zu fördern. In diesem Rahmen wurden der Bevölkerung, ob jung oder alt, Informationen über das Gebiet gegeben. Später wurde das Schulgebäude im Karamüezzinler Dorf am Ufer des Auwaldes zusammen mit dem einheimischen Volk wieder instand gesetzt und als Acarlar Naturausbildungszentrum eröffnet. Gegenwärtig arbeitet das Zentrum aktiv. Anhand von Tagesfahrten werden Schüler und Studenten theoretisch, als auch praktisch unterrichtet.
Der Auwald wurde als Ausbreitungsfeld für das Projekt über biologische Vielfalt und Bodenschätze, kurz GEF II des Umwelt- und Forstministeriums bestimmt und erhielt auch die Unterstützung der Weltbank. Das Ministerium führt im Gebiet immer noch Arbeiten durch. Diese Unterstützung ist ganz besonders für die Bekanntmachung des Gebiets und der Gewährleistung eines Ausgleichs zwischen Schutz und Nutzung des Gebiets von großer Bedeutung. Das Gebiet ist auf weitere Unterstützung zum Schutz des verbliebenen Auwaldes angewiesen.
